Etliche Jahre ist es her, dass sich die evangelischen und katholischen Pfarrgemeinden in Emmendingen auf das "ökumenische Projekt" eingelassen und gemeinsam das Ökumenische Bildungswerk Emmendingen (ÖBW) gegründet haben - als Zeichen gelebter Ökumene -  und mit der Aufgabe einer quasi "kulturellen Diakonie" betraut. In diesem Sinne haben die damaligen Räte der Gemeinden die Kooperationsverein-barung unterschrieben.

Das Bildungsangebot richtet sich an alle Personen, Christen wie Nichtchristen, die in unserer pluralen Welt nach Orientierung suchen, und dies gilt dem ganzen Menschen: Körper, Geist und Seele.

"Grundlage ist die Orientierung aus dem biblisch-christlichen Glauben, wie er sich kirchlich entwickelt hat und in der Kirche gelebt wird. Konfessionalität hat dabei einen Eigenwert, die konfessionelle Kooperation wird als Bereicherung verstanden" (aus der Zielvereinbarung des ÖBW-Teams aus dem Jahre 2006).

Das ÖBW vermittelt interessierten Menschen Lebens- und Glaubensorientierung, reflektiert Menschsein in unterschiedlichen Lebenssituationen, gibt Kunst, Spiel und Tanz einen Raum.

 

Das ÖBW hat unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und die verschiedenen Kirchengemeinden im Blick. In den Angeboten nehmen die Kirchen am Leben der Stadt und der Region teil. Es bringt sich so als Dialogpartner in Fragen von Glauben und Lebensgestaltung über die Grenzen der Kirchenmitgliedschaft hinaus ins Spiel. Das ÖBW nutzt damit die Chance der Einmischung in die Auseinandersetzung mit konkurrierenden Lebensentwürfen und Wertvorstellungen im Respekt vor den Bio-grafien der Menschen, welche die Veranstaltungen besuchen. Das bedeutet zuallererst, dem ökumenischen Dialog einen öffentlichen, den städtischen Raum zu geben, dafür nicht besondere Gelegenheiten und Orte suchen zu müssen, sondern ihn alltäglich zu pflegen. Es geht um die Einübung, um das Fördern einer Haltung, die es ermöglicht, dass gegenseitige Wertschätzung weiterwachsen kann und Konkurrenz fruchtbar gemacht wird. Der Reichtum der unterschiedlichen konfessionellen Tradi-tionen gilt mehr, reicht weiter und tiefer als das, was sie einengt und beschränkt.

Dies gilt nicht nur für den interkonfessionellen, sondern auch für den interreligiösen Dialog. Die Einübung einer ökumenischen Haltung über die Grenzen des Christentums hinaus – vor allem im Zusammenleben mit den in unserer Stadt beheimateten An-gehörigen der jüdischen und islamischen Religionsgemeinschaften – wird ein intensiver Bestandteil der Arbeit des ÖBW. So gewinnt es an Weite, an Kontur auch in seiner Verschiedenheit, in seiner Fremdheit.